56 Wohneinheiten in Holz-Beton-Bauweise

Die Bauwirtschaft befindet sich im Umbruch - das Projekt in Gilching zeigt eindrucksvoll, dass der Weg zur Klimaneutralität nicht gegen, sondern mit dem Massivbau führt.
Luftaufnahme einer Großbaustelle mit Gerüsten, Kränen und teilweise errichteten Bauwerken in einem Wohnviertel, umgeben von Bäumen und Häusern, bei klarem Himmel.

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Hybridbau Gilching: 56 Wohneinheiten in Holz-Beton-Bauweise

Im Wohnquartier Gilching haben wir gemeinsam mit unserem Kunden gezeigt, wie effizient moderner Geschosswohnungsbau funktioniert, wenn Massivbau und Holzbau Hand in Hand gehen. Realisiert wurden zwei dreigeschossige Gebäude mit 56 Eigentumswohnungen. Da unser Kunde klassisch aus dem Massivbau kommt, lag unsere Aufgabe darin, die Planung, Beschaffung und die Hilfe bei der fachgerechten Ausführung des massiven Holzbaus sicherzustellen.

CLT und BSH technisch kombiniert

Vom Erdgeschoss bis zum 2. OG kamen tragende Wände aus CLT (Brettsperrholz) zum Einsatz.

  • CLT: Durch die kreuzweise Verleimung bietet es eine hohe Formstabilität und übernimmt die statischen Lasten, die sonst Mauerwerk oder Beton vorbehalten waren.
  • BSH (Brettschichtholz): Haben wir gezielt dort eingesetzt, wo punktuell hohe Lasten wirken, insbesondere bei den Stürzen.

Effizienz auf der Baustelle: Unsere Lösungen

Um Zeit und Materialkosten zu optimieren, haben wir in Gilching auf drei wesentliche Details gesetzt:

  1. Optimierte Elementierung gegen Verschnitt: Anstatt Fensteröffnungen komplett aus großen CLT-Platten auszuschneiden, haben wir die Wände kleiner elementiert. Die Stürze wurden separat mit BSH-Riegeln ausgeführt. Das reduziert den Verschnitt im Abbund erheblich und senkt die Kosten pro Quadratmeter Wandfläche.
  2. Direkter Schraubverbund zur Betondecke: Die Verbindung zwischen CLT-Wand und Ortbetondecke wurde über oberseitig eingedrehte Schrauben gelöst. Diese ragen aus dem Holz heraus und werden beim Gießen der Decke direkt einbetoniert.
    Der Vorteil: Man spart sich aufwendige Ankersysteme. Zudem dient die Holzwand sofort als stabiles Auflager für die Deckenschalung, was den Schalungsaufwand im Vergleich zum reinen Massivbau reduziert.
  3. Hoher Vorfertigungsgrad: Für einen schnellen Baufortschritt wurden die CLT-Wände bereits ab Werk mit Witterungsschutzfolien versehen. Das spart das mühsame Abkleben auf der Baustelle und schützt die Konstruktion sofort nach dem Aufrichten. Zudem wurden sämtliche ELT- und HLS-Leitungen millimetergenau eingefräst und vorbereitet, sodass die Folgegewerke ohne Zeitverlust direkt installieren konnten.

Unterstützung beim Aufrichten

Da der Massivholzbau für das Team unseres Kunden Neuland war, haben wir das Projekt auch vor Ort begleitet. Gemeinsam mit unserem Partner Matthias Mohm haben wir die Trupps beim Aufrichten der Elemente unterstützt und sie im fachgerechten Umgang mit CLT geschult.

Innenansicht eines im Bau befindlichen Gebäudes mit freiliegenden Holzwänden und -decken, sichtbarer Verkabelung und durch Fensteröffnungen sichtbaren Gerüsten.
Ein Raum im Bau mit unfertigen Betonwänden, freiliegender Decke, Metallstützen und herunterhängenden Stromkabeln. Es gibt eine offene Tür und einige Wasserpfützen auf dem Boden.
Blick durch eine Türöffnung auf eine Baustelle mit unfertigen Wänden, vertikalen Metallstützen, einer Holzwand und Bauschildern. Durch ein Fenster im Hintergrund fällt natürliches Licht ein.

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